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Unfälle wegen Fehlverhalten des Töff-Fahrers

Meine erste Maschine, die Honda GL1000 GoldWing, die 1974 auf der IFMA in Köln der erstaunten Weltöffentlichkeit erstmals gezeigt wurde, hatte bald einen schlechten Ruf wegen mangelhaftem Fahrverhalten. In der Motorrad-Presse wurde über mehrere Unfälle, teils mit Todesfolge berichtet. Bei hoher Geschwindigkeit begann die Maschine zu pendeln in der Längsachse, was teilweise zu Kontrollverlust durch den Fahrer führte. Bei Versuchen zeigte es sich, dass die Lenker auf das Pendeln falsch reagiert hatten. Ich selbst erlebte das Fahrwerkspendeln zwei Mal, konnte aber dank der Kenntnisse über die Zusammenhänge die Maschine wieder unter Kontrolle bringen. Das Herz klopfte jeweils danach ziemlich stark, aber weiter blieb nichts übrig: Es hatte mir nicht ernsthaft Angst eingejagt!

Kräfte entstehen beim

Bremsen, vor allem am Vorderrad durch Achslastveränderung nach vorne

Beschleunigen in Geradeausfahrt ausschliesslich am Hinterrad, welches ausbrechen kann!

Beschleunigen: Vor allem beim Fahren zu zweit kann das Vorderrad "leicht" werden, was zu Lenkerschlagen führen kann!

Kurvenfahren an beiden Rädern bei konstanter Geschwindigkeit: Wegschieben/-rutschen wegen mangelndem Grip!

Bremskräfte beispielsweise beim gleichzeitigen Zurückschalten und Bremsen mit dem Hinterrad: Das Hinterrad kann ins Rutschen, in der Kurvenfahrt zum Ausbrechen kommen!

In Kurvenfahrt können die Beschleunigungskräfte durch Schieben am Vorderrad oder Ausbrechen am Hinterrad zum Kontrollverlust, evtl. zum "Highsider" (Abwurf des Fahrers) führen!



Gefährlich für Fahranfänger ist ...

... die mangelnde Erfahrung und Fahrpaxis: Wer auf einem motorisierten Zweirad kein «Gspüri» hat, lebt gefährlich!
Dadurch kommt es zu blöden, unnötigen Stürzen, die für eine Motorrad-Karriere von unendlicher Tragweite sein können: Wer Angst hat, hält den Lenker mit grosser Kraft, was das Ganze noch verschlimmert. Als Mitfahrer spüre ich solche Aktionen unmittelbar und kann auf meine Schüler einwirken: Locker am Lenker, Hände nur auf die Lenkerenden legen und frei schwingende Arme helfen, die Spannung abzubauen. Nicht von ungefähr steht im Harley-Handbuch immer wieder: (...) bringen sie ihr Motorrad zum Stürzen! Es ist die falsche Reaktiuon des Fahrers, welche zum Sturz führt! Angst ist ein schlechter Mitfahrer!

Lernfahrausweis erlaubt unbegleitete Fahrten

Es ist ziemlich grotesk und fatal, wie der Gesetzgeber denkt: «Allein unterwegs bringt sich der Fahrer ja nur selbst in Gefahr, wenn er es noch nicht besser kann!» Ein Motorrad, im Gegensatz zu einem Velo, hat durch das höhere Gewicht eine unglaubliche Stabilität - je schneller man fährt, desto grösser werden die Kreiselkräfte. Ein solches Fahrzeug will in erster Linie geradeaus fahren. Wer dabei Angst hat, ist verkrampft und hält sich verzweifelt am Lenker fest. Je fester man sich am Lenker hält, desto weniger will ein solches Fahrzeug eine Kurve fahren. Bekommt der Fahrer Angst und beginnt zu bremsen, dann richtet sich das in die Kurve geneigte Fahrzeug auf und fährt geradeaus - im besten Fall gibt es in einer Linkskurve einen Ausflug in die Botanik, in einer Rechtskurve geht's unweigerlich in den Gegenverkehr!
Lernfahrten sollten aus diesem Grund zu Beginn vor allem auf verkehrsarmen Strassen stattfinden, wo man sich ohne Ablenkung durch andere auf die Bedienung des ungewohnten Fahrzeugs konzentrieren kann. Wichtig ist, dass zu Beginn langsam gefahren wird, damit man sich nicht überfordert. Es gibt keine Querbeschleunigungskräfte in den Kurven wie bei Vierradfahrzeugen, die uns über die gefahrene Geschwindigkeit Auskunft gibt, wie wir sie vom Autofahren kennen. Eine Kurve muss mit dem Blick "vorausgefahren" werden: Das Motorrad, der Motorroller folgt immer dem Blick!

«Locker vom Hocker» - Blickschulung das A und O

Fahranfänger schauen vors Rad! Kinder, wenn sie das Velofahren erlernen, junge Erwachsene, wenn sie das Autofahren lernen! Das Problem beim selbstständigen Fahren liegt darin, dass niemand hilft, das Problem anzupacken: Durch die hinterherfahrenden Fahrzeuge - oder noch viel schlimmer durch den Gruppendruck beim Fahren in der Gruppe - wird der Fahranfänger gezwungen, schneller zu fahren, als es ihm wohl ist. Und weil es ihm dabei nicht wohl ist, packt er den Lenker immer fester und dadurch will die Maschine noch viel weniger in Kurvenfahrt gehen. Hinzu kommt die Angst vor der Schräglage, die wiederum zum Festklammern führt und so ist ein Unfall nicht mehr weit ...

«Zu schnell ist zu schnell» selbst fürWeltmeister!

Fahranfänger verunglücken nicht, weil sie geschwindigkeitsmässig zu schnell unterwegs sind, sondern weil sie für ihr Können zu schnell unterwegs sind! Das führt zu Panikaktionen, zu völlig falschem und unangepasstem Verhalten: Wer deswegen stürzt, wird durch diese negative Erfahrung kein besserer Fahrer, sondern nur noch mehr verunsichert. Statt locker unterwegs zu sein, ist er verkrampft, je schneller er fährt, desto mehr verkrampft. Das kostet viel Energie, das führt zu Müdigkeit und dann zu Fehlern, die aus dieser Müdigkeit heraus entstehen. Ein Fahranfänger sollte also jederzeit die Möglichkeit haben, eine Pause einzulegen. Deshalb sollte der Fahranfänger die Fahrgeschwindigkeit bestimmen. Dies kann er am einfachsten, wenn er ohne Stress und allein unterwegs ist.

Junge müssen Lehrgeld bezahlen


Dieses Fahrzeug stand neben der Strasse: Offenbar war der Fahrer bei Kurvenfahrt gestürzt. Eine 50-Kubik-Maschine wird in der Regel von 16-Jährigen gefahren, da sie keine Erfahrung als Autofahrer haben, sind sie noch viel mehr gefährdet. Ab dem 1.1.2021 dürfen 16-jährige Lernfahrer sogar 125er-Maschinen fahren (A1 mavx. 125 Kubik/max. 11 kW), es ist davon auszugehen, dass dies nicht alle heil überleben. Mehr dazu hier

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